Broadway Show, CBS Film gibt Hasselhoff Aufwind

 

(An English version can be found at: www.chron.com/cs/CDA/story.hts/features/hodges/727134 )

 

 

Von Ann Hodges

Copyright 2000 Houston Chronicle TV Critic

 

NEW YORK – David Hasselhoff lebt seinen Traum: eine Filmpremiere auf CBS und Standing Ovations am Broadway. Sein Name leuchtet in großen Buchstaben über dem Times Square. Und heute um 20 Uhr, während der TV Film „One true love“, den er als „einen Film, den Frauen lieben werden“ bezeichnet, im Fernsehen läuft, wird er im Broadway Musical „Jekyll & Hyde“ dem Publikum mit seiner Verwandlung vom heroischen Wissenschaftler zum gepeinigten  Bösewicht den Atem rauben.

 

Im CBS Film „One true love“ spielt Hasselhoff einen Feuerwehrmann, der eine junge Frau aus einem brennenden Auto rettet; eine Art Liebe-auf-den-ersten-Blick Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert.

Mike Grant (Hasselhoff) und Dana Bayer (Terry Farrell) sind beide mit anderen Partnern verlobt. Bevor jedoch die beiden, die sich ineinander verliebt haben, zusammenfinden, müssen sie erst etliche Wirren durchstehen. Ein 10-jähriger Waisenjunge(Cameron Finley), der sich nach elterlicher Liebe sehnt, ist da, um Amor auf die Sprünge zu helfen. Außerdem tritt kurz die beliebte Doris Roberts (aus „Everybody loves Raymond“) auf, um den roten Faden durch die Geschichte zu spinnen.

Der Film erzählt eine schöne, sehr romantische Geschichte, die auf die Frauen zielt, die heute Abend nicht das 4. Spiel (American Football) anschauen. „Was soll ich machen?? Gegen die Meisterschaftsspiele ankommen??...“, seufzt Hasselhoff.

 

Das ursprünglich aus dem Alley Theater in Houston kommende Musical „Jekyll & Hyde“ geht nun in sein 4. Jahr am Broadway. Und Hasselhoff füllt seit seinem Debüt in der Titelrolle die Theaterreihen. Halloween war Hasselhoff’s Eröffnungsabend, und wenn man danach geht, ist der Schauspieler, der (Knight Rider und Baywatch sei Dank) im Guinness Buch der Weltrekorde als „meistgesehner Fernsehstar der Welt“ steht, so gut wie startklar. Er hat es geschafft. „Seit ich 8 war wollte ich am Broadway auftreten“, sagte Hasselhoff nach der Sonntagsmatinee beim Mittagsessen im Sardi’s in New York. „All diejenigen, die sich in ‚Saturday Night Live’ immer lustig über mich machen, sollten sich die Show mal ansehen.“

Vielleicht machen sich all die ollen Komiker, die ihn und Baywatch immer durch den Kakao zeihen, bald ein letztes Mal über ihn lustig. „Neulich kam sogar meine Tochter rein und sagte zu mir: ‚Dad, du bist in South Park’“, Hasselhoff muss lachen, „ich sagte zu ihr: ’warum um alles in der Welt siehst du dir South Park an?’“ Aber lasst sie ruhig lachen. Das ändert nichts daran, dass Baywatch mit über 1 Milliarde Zuschauern in 140 Ländern die weltweit erfolgreichste TV Serie aller Zeiten ist. Baywatch machte seinen Executive Producer und Teilhaber reich, doch jetzt macht ihn der Broadway so glücklich wie ein Kind, das ein neues Spielzeug bekommen hat. „Die Woche ist höllisch“, sagt Hasselhoff mit einem Grinsen, „aber als ich Baywatch verließ sagte ich mir, ‚ich kann das einfach nicht länger machen, und ich brauche das Geld nicht. Ich sollte an den Broadway gehen, das ist mein Traum’“.

Als er in Vancouver, Britisch Columbia, One true love drehte, wurde er angerufen und es wurde ihm mitgeteilt, dass Mike Myers Film Dieter, in dem Hasselhoff mitspielen sollte, gecancelt wurde. Aber dann kam ein weiterer Anruf, mit dem Angebot in Jekyll & Hyde zu spielen. Seit den 80ern ist Hasselhoff in Europa ein gefeierter Sänger, daher ist es nichts neues für ihn auf der Bühne zu singen. Aber am Broadway zu singen ist für ihn sehr wohl etwas neues. „Ich habe für dieses Stück 3 Wochen lang mit einem Gesangslehrer in Los Angeles gearbeitet. Vor 6 Wochen haben wir hier ein Apartment gemietet (das im gleichen Gebäude ist, in dem auch Regis Philbin und Howard Stern wohnen) und ich habe alles geübt, was man üben konnte – von den Songs (er singt 14 in dieser anstrengenden Show) bis zur Mimik und Gestik. „Vor einer Woche war es der reinste Wahnsinn“, gesteht Hasselhoff, „ich fragte mich immer noch, ‚wieso machst du das eigentlich?’. Ich hielt mitten auf dem Times Square inne, schaute auf diese Leuchtreklame und dachte, ich sei verrückt. Aber jetzt gewinne ich Land, ich kann den Rhythmus spüren. Ich habe das Original mit Robert Cuccioli (das ursprünglich aus Houston stammt) nie gesehen, aber dafür sah ich die Show mit den Sängern, die nach ihm kamen.  Und jeder von ihnen steuerte seinen eigenen Teil der Show bei. Ich wollte die Rolle menschlicher gestalten – aber ich wollte ganz sicher nicht, dass daraus eine Baywatch / Knight Rider Gestalt wird.“

 

Über Baywatch sagt er, dass es „10 Jahre gute Fernsehunterhaltung“ gewesen ist, aber er sei enttäuscht, was daraus geworden ist, seit er Baywatch verlassen hat: bei der Besetzung wurden Abstriche gemacht und die Serie zog nach Hawaii um. Wenn sein Vertrag am Broadway ausläuft, würde Hasselhoff gerne nach Hawaii gehen. Er würde gerne eine „schöne, leichte TV Serie“ machen, irgendwo da draußen, wo er auch leben könnte.

Aber auch das Broadway – Fieber hat ihn erwischt. Daher träumt er von einer eigenen Broadway Produktion, einer großen Musicalversion von Zorro. „Wir sprechen darüber“, sagt er. In der Zwischenzeit genießt er einfach alles und freut sich auf seine Schwester Diane Martin und ihren Mann Neil, die in Houston leben. Sie werden im November kommen und sich das Musical ansehen. Seine Eltern werden sich das Musical am Eröffnungsabend an Halloween ansehen.

„Ich habe für sie ein Hotel am Times Square gebucht, wo man ihnen die Penthouse Suite gab. Als ich aber herausfand, dass man von dort meine Leuchtreklame nicht sehen kann, veranlasste ich, dass sie ein anderes Quartier bekamen. Sie sehen sich lieber meine Leuchtreklame an, als in einem Penthouse zu hocken, denn sie wissen, wie lange ich darauf gewartet habe“, sagt Hasselhoff.